same old thing
May 9, 2008
By nada
Filed in arme kleine deutsche, zu Besuch beim schwarzen Block
In der linken Szene Frankfurts (West) grassiert dieser Tage wieder ein Retro-Virus der Marke unschön und nicht zum anfassen. Nada berichtet für Sie live aus einer geteilten Stadt, aus dem Auge des Orkans, aus der Hölle Hessens.
Stellungen wurden bezogen und Schützengräben besetzt; auf den Straßen herrscht gespenstische Ruhe, die Frankfurter Skyline blutet im rotem Farbenmeer der untergehenden Sonne. Hinter den Fenstern des Exzess wirft ein alternder Autonomer einen besorgten Blick auf die Leipziger Straße und stellt sicherheitshalber noch zwei Kisten Leergut an die Tür.
Man hätte es sich denken können. Man hätte wissen können, dass es wieder an diesen Punkt kommen würde. Geschichte in Frankfurt ist nicht einmalig, nein sie wiederholt sich in zunehmend lächerlicher Weise immer wieder. Was nun der Auslöser für die Wiederholung des Wahns war, ist momentan noch nicht hundertprozentig zu sagen; vielleicht lag es am Ausbleiben eines weiteren G8-Gipfels in Deutschland oder der nicht stattgefunden Opernballdemo. Wer weiß das jetzt schon so genau…
Fakt ist folgendes: in Frankfurt wurde mittlerweile die dritte Frontlinie aufgemacht. In den frühen Morgenstunden des 29. April begannen Bellizisten aus dem Dunstkreis der Gruppe Morgenthau damit das Gelände um das Frankfurter Institut für vergleichende Irrelevanz zu befestigen. Ob sie dies nun taten um die eigens aus Israel eingeflogenen Uzis nach Außen zu richten oder das IvI unter Dauerfeuer zu legen ist bis jetzt unklar.
Ich werde mich morgen für sie in die Wirren des Frankfurter Frontabschnitts Bockenheim stürzen und versuchen herauszufinden wer da eigentlich wem den Kopf einschlagen will.
Hier nun eine kleine Chronik der Ereignisse:
Winter 2007/2008 - Die Gruppe Sinistra aus Frankfurt am Main will wieder zurück in die Linke aus der sie einst erfreulicherweise ausgebrochen war und fragt in der Phase Zwei an ob man sie noch haben will.
read on
27. März 2008 - Die Gruppe Morgenthau beantwortet den Wunsch der Sinistra nach Rückkehr in den linken Mutterbauch mit einem freundlichen: Es ist das Geschwätz des „integralen Kommunismus“ und der bedingungslosen Solidarität mit toten Juden, wie es die Frankfurter Gruppe sinistra! radikale linke seit geraumer Zeit immer wieder verbreitet.
read on
8. April 2008 - Am Abend findet in den Räumlichkeiten des Institut für vergleichende Irrelevanz zu Frankfurt eine Veranstaltung der Jugendantifa Frankfurt statt, bei der eine Person es nicht einsieht ihr Bluttuch der Judenvernichtung abzulegen und darauf gebeten wird das Institut zu verlassen. Dies wird umgehend von den Autonomen Ultras Frankfurt sowie der Anti-Nazi-und-Anti-Israel Koordination Frankfurt mit zwei beschriebenen Leinentüchern geahndet.
28. April 2008 - In der Rödelheimer Raumstation findet ein Treffen der antiimperialistischen Kriegstreiberorganisation Schurken ohne Staat statt, welches sich mit der Problematik der Unterwanderung und Zersetzung der Frankfurter Linken durch die vom Mossad bezahlten Antideutschen beschäftigen will. Nachdem sich allerdings herausstellte das wohl 80 Prozent der Anwesenden nicht bloß vom Mossad sondern auch vom CIA bezahlt werden beschließt das ZK der Schurken ohne Staat sich per strategischem Rückzug abzusetzen.
read on
1. Mai - Die Anti-Leftist Cocaine-Communist holen zum Schlag gegen die Straight Edge-Pazifistenbomber Schurken ohne Staat aus und lassen erst mit einem saftigen Damit diese Scheiße erledigt. (Marx, MEW 26.3: 360) von ihrem Opfer ab.
read on
8.Mai 2008 - Zwischen Datteln essen anlässlich Israels Geburtstag und der obligatorischen Leerung einer Flasche Wodka zu Ehren der Roten Armee flattert plötzlich ein kämpferischer Flyer herbei. Unter dem Motto Keine Kriegshetze und kein Rassismus am 10. Mai im KOZ haben die Schurken ohne Staat (bzw. kritischebildung, alles die gleichen Panzerfahrer) eine Flaschenpost an die Restvernunft verfasst, mit der sie dazu aufrufen die am 10. Mai stattfindende Veranstaltung der Mossad Sektion Frankfurt zu verhindern.
9. Mai 2008 - Der antisemitische christendepp Hans Christoph Stoodt verfasst auf dem Blog der Anti-Nazi & Anti-Israel Koordination Ffm. einen sich Satire nennenden Hassartikel gegen die Gruppe Morgenthau.
read on

13 Comment(s)
By saltzundessick on May 10, 2008 | Reply
auf die gefahr hin, mich unbeliebt zu machen:
den text ‘der hauptfeind ist deutschland’ finde ich zu sehr grossen teilen ziemlich gut und kann den durchaus nachvollziehen.
By dissi on May 10, 2008 | Reply
schlagwort “schurken ohne staat”:
http://dissidenz.olifani.de/?tag=schurken-ohne-staat
By bigmouth on May 10, 2008 | Reply
zusammengefasst: frankfurt ist ein riesiger kindergarten?
By w on May 10, 2008 | Reply
auch wenn man dem sinistra-text kritisch gegenüberstehen kann, ist das ….
“Die Gruppe Sinistra aus Frankfurt am Main will wieder zurück in die Linke aus der sie einst erfreulicherweise ausgebrochen war und fragt in der Phase Zwei an ob man sie noch haben will.
read on
27. März 2008 - Die Gruppe Morgenthau beantwortet den Wunsch der Sinistra nach Rückkehr in den linken Mutterbauch mit einem freundlichen: Es ist das Geschwätz des „integralen Kommunismus“ und der bedingungslosen Solidarität mit toten Juden, wie es die Frankfurter Gruppe sinistra! radikale linke seit geraumer Zeit immer wieder verbreitet.
read on
8. April 2008 - Am Abend findet in den Räumlichkeiten des Institut für vergleichende Irrelevanz zu Frankfurt eine Veranstaltung der Jugendantifa Frankfurt statt, bei der eine Person es nicht einsieht ihr Bluttuch der Judenvernichtung abzulegen und darauf gebeten wird das Institut zu verlassen.”
… einfach eine ziemliche dummheit.
die ‘freundlichkeit’ der gruppe morgenthau wäre auch über ihr verhältnis zu roland koch zu bestimmen, und andererseits kann man sich ja mal überlegen, wer denn wohl die leute sind, die im ivi immer wieder arme linke zum ablegen ihrer tücher nötigen und die letzten endes auch eine party zur feier israels ermöglichen.
vielleicht nächstes mal weniger wodka, dann klappts auch mit dem realitätssinn.
By nada on May 10, 2008 | Reply
@salty
als könntest du dich bei mir unbeliebt machen…
@bigmouth
ja
@waity
moment mal, hab ich es wirklich schon wieder vergessen. bitte oben einfügen: [ironie][/ironie]
zum verhältnis von gruppe morgenthau, roland koch und vater staat diskutiert man ja definitiv besser auf ihrem blog.
By gewinner on May 12, 2008 | Reply
hier hat einer der wohl anwesend war einen rant geschrieben, liest sich ganz lustig:
http://verlierer.blogsport.de/2008/05/12/von-tofuwurst-und-holzspielzeug/
By saltzundessick on May 13, 2008 | Reply
die zentrale kritik des sinistra-textes, ‘antideutsche’ haetten ihr hauptproblemfeld in den nahen osten verlegt und wuerden nicht mehr den hauptfeind im eigenen land erkennen, halte ich bei aller pauschalisierung fuer diskussionwuerdig. wobei natuerlich der einwand, die usa und irgendwelche trikontpartisanen hingegen wuerden sich nicht darum scheren, was linke grueppchen hier diskutieren, auch auf jedes beliebige andere problemfeld zutrifft. vll. mal einen wodka mehr, geschaetzter waiting, dann laesst auch die zickigkeit nach.
By w on May 14, 2008 | Reply
zickigkeit is the new sexyness.
geht aber auch auf wodka. welche sorte empfiehlst du?
By saltzundessick on May 15, 2008 | Reply
ich habs nicht so mit dem alkohol. ich werde dann immer etwas anstrengend fuer meine umwelt.
By nada on May 15, 2008 | Reply
ich empfehle den hier:
http://www.coolbusinessideas.com/images/photo_blog_GoWodka.jpg
By saltzundessick on May 15, 2008 | Reply
naja, ok. ich eher osteuropaeisch:
http://flickr.com/photos/saltyvin/2249114062/
By neocommunistinnen on May 17, 2008 | Reply
Ihr seid schon tot,
habt nur vergessen umzufallen…
Anmerkungen zum “7 Thesen Papier” der sog. “kritischen Bildung”
“Wir möchten noch einmal betonen, dass es uns um eine solidarisch geführte Diskussion und um politische Inhalte geht”.
Eine feine Floskel, die das 4 seitige 7 “Thesen Papier” der “kritischenBildung.de” (im folgenden mit kB abgekürzt) abschließt. Wie das hehre Ziel einer solchen Diskussion praktisch umgesetzt wird, präsentierten diese selbsternannten “Antiimperialisten” anlässlich eines Vortreffens zu einer Veranstaltung, die unter dem Titel “Antideutsche in Frankfurt” Ende Mai 08 stattfinden soll. Nachdem sich, (unerwarteter Weise) mehrere Dutzend Mitdiskutanten eingefunden hatten, um dem Vorbereitungstreffen, konstruktiv und im Sinne der Wahrheitsfindung, beizuwohnen, wurde es ungemütlich. Der gequält freundliche Ton der Obergenossin, die bis dahin versucht hatte, den Ansturm mit fadenscheinigen Ausreden abzuwehren, verwandelte sich in eine unerfreuliche Kakophonie allererster Güte. Nach kleinem organisatorischen HickHack (”wir haben euch nicht eingeladen”, “habt ihr doch”, “Emailverteiler”, „hab ich nicht gelesen”, „unglücklich gelaufen“ blabla usw. etc. pp.) einem ersten verbalen Schlagabtausch, wüsten Beschimpfungen und verzweifelten, politischen Positionsbestimmungen per Ferndiagnose, beruhigte sich die Szenerie und die Herren und Damen Chefantiimperialisten gaben sich der kurzen Illusion hin, einer inhaltlichen Diskussion standhalten zu können, und gaben den Veranstaltungsraum frei.
Nun sollte das Treffen doch beginnen, und die vermeintlichen KritikerInnen (Potzblitz, am Ende Antideutsche) wurden eingelassen und autoritär dazu aufgefordert, das vorliegende “Thesenpapier”, auf dessen Grundlage die besagte anti-antideutsche Veranstaltung stattfinden soll, durchzulesen. Brav wurde dem Geheiß Folge geleistet, war Mann und Frau sich doch sicher, der “solidarischen Diskussion” einiges abgewinnen zu können. Leider teilte die Führungsspitze von kB diesen zutiefst demokratischen Enthusiasmus der anwesenden Mehrheit nicht und entschloss sich, nach circa 20 Minuten den Veranstaltungsort zu verlassen, um die, eigentlich öffentliche, Veranstaltung in geschlossenem Kreis fortzusetzen. Leider wurde die Chance verpasst, diesen Abgang zivilisiert zu gestalten. Statt brav im Gänsemarsch von dannen zu ziehen, zogen es die Buben und Mädchen von kB erneut vor, ihre eigene Version von adäquater Kritik zu präsentieren. Fäuste wurden geballt, aus weit aufgerissenen Futterluken Gewalt angedroht, vermeintliche und wirkliche Beleidigungen ausgesprochen.
Die als drogensüchtige, koksende, bellizistische, rassistische Meute titulierte “Kinderantifa” wurde verstört zurückgelassen und durfte sich damit begnügen, alleine aus dem Wirrwarr an Anschuldigungen und haltlosen Behauptungen schlau zu werden.
Da die Herrschaften von kB es vor Ort nicht vermochten, ihrer peinlichen Schimpfkanonade einen rechtfertigenden theoretischen (oder wenigstens ideologischen) Teil folgen zu lassen, bleibt nichts anderes, als sich mit dem öffentlich zugänglichen Thesenpapier “Antideutsch in Frankfurt?- Zeit für eine offene Diskussion” auseinanderzusetzen.
Wir sind uns für nix zu schade, es tat weh, wir brauchten viel Koks und Imperalistenbrause, aber wir haben es geschafft, das “7 Thesen Pamphlet” wurde durchgelesen und wir haben uns, zu einigen Punkten, unsere Gedanken gemacht, Voilà:
Ferngespräch auf Banane drei…
Der erste große Unsinn mag der geneigten Leserin schon auf der einleitenden ersten Seite auffallen. “Ist die Frankfurter Antifa-Szene antideutsch? Oder sind viele einfach “nur” (Anführungszeichen im Original) Antideutschen-Versteher?“ tönt es, naiv skandalisierend, im ersten Satz. Nicht nur die Befürchtung, eine Antifaszene könnte nebulös antideutsch verfasst sein, nein auch das bloße Verstehen einer irgendwie “antideutschen” Position wird problematisiert. Der pathologisch-paranoide Schwung und der dogmatisch unreflektierte Stil des vorliegenden Machwerks wird schon im ersten Satz deutlich.
Es folgen kurze Andeutungen und Beispiele für die als skandalös begriffene Sachlage. Ein Papier der Autonomen Antifa (f) zur Kritik an der deutschen Friedensbewegung wird problematisiert. Die Jugend- Antifa wird als “antideutsch” bezeichnet, weil sich ein einzelnes Mitglied mit einer Israelfahne gezeigt hat. Mangelnde “Härte” der Anti-Antideutschen wird angemahnt. Zum Ausdruck kommt eine Einschätzung der Hobbysoziologen von kB: “die Meisten waren der Diskussion überdrüssig und wollten keine harten Positionen beziehen…Leider hat sich zu diesem Zeitpunkt alles zerfasert, das Meiste war gesagt und die ursprüngliche Motivation eine Diskussion auszulösen war verpufft”. Die Möglichkeit, dass viele, vor allem sehr junge Menschen, ganz einfach Schwierigkeiten damit haben, “harte Positionen”, dh. eindeutige Solidarität mit dieser oder jener Kriegspartei, im Nahostkonflikt zu demonstrieren, weil sie selbstkritisch eingestehen müssen, dem zutiefst dogmatischen Konflikt innerhalb der deutschen Linken nicht folgen zu können, wird ausgeblendet.
Nun versteigt mensch sich komplett in die eigene Projektion und diagnostiziert von außen: Schaut mensch sich die aktiven Gruppen” [der Antifa - der Verf.] und Zusammenhänge heute an, entsteht ein Bild, als wären die meisten gegenüber antideutschen Gruppen aufgeschlossen und antideutschem Gedankengut gegenüber nicht abgeneigt”.
Es wäre zu hoffen, dass die Schreiberlinge hier zufälligerweise Recht behalten! Was gäbe es Schlimmeres als eine Antifaszene, die bei sehr geringem Durchschnittsalter (schätzungsweise 15-23 Jahre) und größtenteils mangelnder Theoriebildung dogmatisch und damit unüberprüft Tabus von alten Säcken übernehmen würde, ohne sich mit den verschiedenen Theorien und Strategien innerhalb der sog. linken Szene offen auseinandergesetzt zu haben. Aufgeschlossen und nicht abgeneigt ist also gut und nicht schlecht!.
Bevor es zur ersten These kommt, folgen die obligatorischen Floskeln. Die Verfasser bemühen eine “offene” und “solidarische” Diskussion und bewerben ihre Internetseite, auf der es angeblich ausgewogene und umfangreiche Materialien zum Nahost Konflikt zu bewundern gibt.
These Nummer eins ist leicht abzuhandeln. Unter der Überschrift “Massenfeindlichkeit der Antideutschen” wird behauptet, “Antideutsche” würden hinter jeder Menschenansammlung zum Zwecke einer Demonstration zu diesem oder jenem menschenfreundlichen Zwecke innerhalb Deutschlands eine antisemitische Zusammenrottung vermuten. Es wird völlig ausgeblendet, dass die von den kBlern als antideutsch bezeichnete Antifa (f) bei allen bedeutenden Protestveranstaltungen Bündnisarbeit geleistet hat und einen entscheidenden Faktor z B. bei den Studiengebührenprotesten gespielt hat. Die Antideutschen haben also bei der Organisation des von ihnen angeblich pauschal als antisemitisch diskreditierten Mobs mitgearbeitet? Die Feindprojektion bekommt hier schon entscheidende Risse.
Desweiteren wird bemängelt, dass die Kritik an kapitalistischen Großkonzernen wie z. B. Nike und Coca Cola oft als verkürzte Kapitalismuskritik bezeichnet wird. Dieser inhaltliche Move wird als reines Instrument dargestellt, um eigene, antideutsche Ideologie zu pushen. “Dies ist die Methode, mit der versucht wird die eigene Ideologie zu transportieren”, die zur angeblichen Kritik hochstilisierte Rabulistik bleibt undeutlich. Auf die real existierende verkürzte Kritik wird leider nicht eingegangen. Die angeblichen Antiimperialisten bleiben unterhalb der Möglichkeiten. Altvater Lenin und der Marktschreier der untergegangenen Komintern, Georgi Dimitroff, hätten es besser gewusst.
“Das Existenzrecht Israels - Solidarität mit dem Staat Israel?”, lautet die Überschrift der nächsten These. kB behauptet: “Tatsächlich stellt keine ernstzunehmende linke Gruppe das Existenzrecht Israels oder das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, die in Israel leben, in Frage”. An diesem Punkt müsste mensch noch einmal die Archive rsp. das Internet bemühen. Setzen wir einmal voraus, diese Aussage stimmt, und keiner der selbsternannten Menschheitsbefreiungsorganisationen, die sich unter der Fahne des “Antiimperialismus” subsumieren, hat sich je zu einem solchen Unsinn schriftlich bekannt. Was ist denn mit dem vielzitierten Antizionismus? Wie ist es zu bewerten, wenn Mitglieder der kB der Meinung sind, auf keinen Fall mit “Zionisten” (auf die Frage, wer das denn sein soll, wurde z. B. die Antifa f genannt !!) zusammenarbeiten? Ist dies nicht auch eine Nichtachtung des “Selbstbestimmungsrechts der Menschen”, oder gar (um ganz im antiquierten Duktus der sog. Antiimps zu bleiben) der Völker?. Zur Information: der Zionismus ist ein Begriff, unter dem verschiedene Strömungen zusammengefasst sind, linke, rechte, bürgerliche und liberale. Sie alle eint der Wunsch nach einem eigenen Staat, in dem jüdische (oder als Juden identifizierte) Menschen Schutz vor dem weltweiten Antisemitismus/Antijudaismus finden. Warum bloß reagieren die Leute von kB so allergisch auf eine solche Bestrebung? Diese Frage stellt sich umso dringender, beleuchtet mensch erst einmal das Verhältnis der Antiimps zu sog. “Volksbefreiungsbewegungen”. Wenn die Kurden unter der Führung der stalinistisch/nationalistischen PKK eigene Volksouveränität und einen eigenen Staat verlangen, dann sind die Herrschaften dabei. Sobald die ETA bombt und die Tibeter sich zurücksehnen in ihren mittelalterlich/klerikalen Sumpf, dann wird sofort nach Volkskrieg und Befreiung geschrieen. Kommen linke Zionisten auf die Idee, einen eigenen Staat zu gründen, dann wird das beschränkte intellektuelle Arsenal mobilisiert, um sich zu distanzieren. Seltsam.
Nach ein paar selbstverständlichen, banalen Ausführungen zum bürgerlichen Staat und einer kleinen schmalspurmarxistischen Empörung über die Tatsache, dass auch in Israel die Arbeitskraft des Menschen Ware ist, bleiben nach These 2 mehr Fragen als Antworten.
These 3: Instrumentalisierung des Holocaust- und der Antideutsche Kampf gegen die Barbarei.
Schon die Überschrift lässt erahnen wohin die Reise geht. Großzügig lassen wir die anklingende Unterstellung der Instrumentalisierung rechts liegen und lassen die ProtagonistInnen für sich selbst sprechen: “Die Einmaligkeit von Auschwitz wird [durch die Antideutschen] von jeder Geschichte und Analyse abgetrennt und dem “deutschen Volk” zugeordnet. Die Opfer des Massenmordes, die “Juden” werden dem “israelischen Volk” zugeordnet….Auschwitz ist [bei den Antideutschen] immer und überall. Menschen die zufällig eine der beiden Staatsangehörigkeiten besitzen, wird jede Handlungsfähigkeit abgesprochen. Die einen sind ewige Antisemiten und die anderen immer zu schützendes Opfer”.
Nach weiteren ideologischen Phrasen (Dimitroff ick hör dir trapsen) zum Thema Faschismus/Kapitalismus und verschiedenen haltlosen Unterstellungen entlässt These 3 die geneigte Leserin erneut mit einigen berechtigten Fragen.
Was ist gemeint? Drückt hier “Genosse Gruselantiimp” seine Trauer darüber aus, nicht mehr unbeschwert Deutscher sein zu dürfen, wenn er den ewigen Täterstatus beklagt? Als angeblich an Staaten und Nationalitäten nicht interessierte Antiimperialistin ist es doch völlig irrelevant, wer oder was einem welche Eigenschaften zuschreibt. Wenn selbst „die Juden“ angeblich frei über ihre Identität und ihre gesellschaftliche Rolle entscheiden können, dann können wir in Deutschland, frei von jeglichem sozialisatorischen Kontext, dies doch auch? Wenn das Judentum angeblich nur eine Religion ist, warum legen die Juden nicht einfach ihre Kippa ab und entgehen so dem Terror der Hamas? Billige Fragen, die schon längst geklärt sind und zu deren Beantwortung alleinig die kB unfähig zu sein scheint. Selbst der säkularste Mitmensch mit ehemals jüdischem Glauben entging nicht der Markierung durch einen Eintrag im Pass des Dritten Reiches. Wer Jude ist, das entscheidet der Antisemit, so war das leider schon immer. Irgendwelchen herbeihalluzinierten Antideutschen (in Wahrheit zählt keine der kritisierten Gruppen zum wirklich israelsolidarischen/”antideutschen“ Spektrum) zu unterstellen, sie würden den Juden herbeireden, um eigene Opferidentifikation zu ermöglichen, ist eine Verhöhnung derer, die von realen Antisemiten aus tiefstem Herzen gehasst und physisch vernichtet werden. Die wirklichen Opfer werden mit phantasierten Opfern gleichgesetzt. Die Hamas, die Nazis, die iranischen Mullahs und der Rest der dreckigen antisemitischen Internationale macht den Juden zum Juden — und nicht Antifaschistinnen, die diesen Umstand versuchen kritisch aufzuarbeiten!.
Auch in These 4 schaffen es die Gesellen von kB nicht, aus den antiintellektuellen Tiefen, in die sie sich hineingeschreibselt haben, emporzusteigen. In schon bekannter Rabulistik geht es weiter: “Antiislamismus - Rassismus”. Einleitend wird betont, dass Religionskritik selbstverständlich eine wichtige Sache ist. “Wenn mensch analysiert welche Funktion Religion in einer kapitalistischen Gesellschaft erfüllt, geht es einzig und alleine darum diese Funktionsweisen zu verstehen, aber niemals darum einzelne Menschen oder Gruppen aufgrund ihres Glaubens zu diffamieren”. Wer denn hier wen oder was diffamiert, wird nicht geklärt. Ein generalisierender Vorwurf gegen die “Antideutschen” bleibt damit im Raum stehen. Würden die Gesellen von kB über einzelne Texte der Bahamas schwadronieren, dann wäre ihre Kritik eine diskussionswürdige. Sie schreiben aber über Frankfurt und die hiesige Antifaszene, und in diesem Zusammenhang bleiben sie den Beleg schuldig, wer hier über welche Religionsgemeinschaft diffamierend hergezogen ist. Außer vulgärleninistischen Phrasen (offenbar ohne Lenin gelesen oder verstanden zu haben) und totaler Realitätsverweigerung, (rassistischer/antisemitischer Charakter des Islamismus) inhaltlich nichts als Begriffverwirrung:
“Für die antideutsche Bewegung verbietet sich Kritik am jüdischen Glauben weil diese natürlich in ihren Denkmustern immer antisemitisch sein muss”. Den Spruch kennt mensch nur zu gut. Ottonormalbürger findets irgendwie ungeil dass er den “jüdischen Glauben” nicht mehr so richtig kritisieren darf. Vor dieser “Kritik” am Judentum durch die Kameraden von kB mag sich der aufgeklärte Antifaschist genauso gruseln wie vor der “Israelkritik” eines besoffenen Stammtischbürgers aus der hessischen Provinz. Was es an der jüdischen Religion zu kritisieren gibt, bleibt erneut ungeklärt. Ist es die angebliche Tierquälerei beim rituellen Schlachten eines Opfertiers, oder ist es die Beschneidung der unmündigen Kleinkinder? um was geht es kB? Offensichtlich ist, dass der Text hier keinen Unterschied macht zwischen Staat und Religion. An diesem Punkt ist dem antiimperialistischen Kritiker hinter das Ohr zu schreiben, dass Israel K.E.I.N. Gottesstaat ist, sondern ein bürgerlicher, in dem die Trennung zwischen Kirche und Staat vollkommen vollzogen ist. Was andere schon in der Grundschule wussten, ist nicht oft genug zu betonen, gibt es doch immer wieder Quatschköpfe, die ihren inneren Regress mit der Behauptung des Gegenteils zu rechtfertigen suchen. Die Religion und der Staat sind in Israel, im Gegensatz zum Iran oder zu den Staatsvorstellungen einer Hamas oder einer Hizbullah, nicht ein und dasselbe. “kritischeBildung.de” faselt sich ins intellektuelle Aus, sollten sie sich nicht nur einen freudschen Tippfehler geleistet haben.
These 5 “Philosemitismus”, These 6. Militarismus und Bellizismus und These 7: Antiimperialismus=Antiamerikanismus=Antisemitismus? zu besprechen überstieg leider unsere Bereitschaft, sich ernsthaft mit einem solchen wirren Quatsch zu befassen. Es reicht aus zu erwähnen, dass sich kB in Laienpsychologie bemüht (Stichwort Philosemitismus), obwohl von den Schreiberlingen jegliche sozialpsychologische Annäherung an relevanteren Punkten (Antisemitismus) strikt abgelehnt wird. Der Rest? vulgäres Stammtischgerede („zersetzend“) in stinklangweiliges Linksdeutsch verpackt, das ist alles. Es hätte völlig ausgereicht, wenn Punkt 5,6 und 7 mit altbekannten Sprüchen wie: “nur weil wir Amerika kritisieren sind wir doch noch keine Antisemiten”, “aber, aber, ääääh…wie kannst du denn Israel unterstützen?, das ist doch auch ein kapitalistischer Staat” usw.usf. abgehandelt worden wäre.
“Planet Erde an die kB, im Stadtteilladen….chhhrrr pfff, knack, hier Planet Erde bitte melden………..(Stille)………
Schön, dass ihr Kasperköpfe der Kulturtechnik des Schreibens mächtig seid und so die Gelegenheit hattet, den infantilen Gedankenmüll, der in euren Köpfen wabert, aufzuschreiben und ins Internet zu stellen. Es ist also jederzeit möglich, eurem erfreulicherweise kleinen Kreis von Personen den eigenen Schwachsinn aufs Brot zu schmieren, ohne dass sich herausgeredet werden kann.
Eure Orga müffelt arg nach Volksbefreiungskrieg, Shisha-Pfeife und Bratenfett. Findet ihr es nicht ein bisschen seltsam, wenn ihr aus dem letzten Jahrtausend kommenden Dogmatiker aus der Gruft entsteigt, um der Antifa der Jetztzeit jegliche neuen Theorieansätze mit der langweiligen Floskel des “Antideutschtums” madig zu machen, nur weil euer Gehirn Schwierigkeiten hat, neue Synapsen zu schließen? Wieso baut ihr euch nicht eine Zeitmaschine und reist zurück in die frühen Achtziger, da könntet ihr nach Herzenslust euern Traum vom Befreiungskampf der Völker ausleben. Wir sind uns viel zu fein, um euch die üblichen Standardargumente von Antisemitismus / strukturellem Antisemitismus und vor allem sekundärem Antisemitismus vor den Latz zu knallen. Die kennt ihr und habt sie schon vor Jahren ignoriert. Vernunft und Realitätssinn waren euch schon immer wurscht. Im letzten Jahrtausend habt ihrs versemmelt und meint auf die veränderte Weltlage (die schon immer komplexer war als ihr zu begreifen imstande seid) mit den Konzepten von 1980 antworten zu können. Es braucht kein geschlossenes antideutsches Weltbild und keinen Adornospruch, um zu diesem offensichtlichen Unsinn “Nein Danke” sagen zu können. Ein wohlgemeinter Rat: Bleibt lieber in euerm Stadtteilladen und macht eure durchweg sinnvolle Sozialarbeit, aber überlasst die Theorie und die Praxisansätze zur Abschaffung des Kapitalismus aufgeschlosseneren Leuten. Wenn ihr euch weiter so gebärdet, macht ihr euch bei jeder lächerlich, die bereit ist zuzuhören. Während ihr zusammen mit Graf Dracula und Paul Pott auf dem Mars sitzt und die kümmerlichen Reste aus der Mottenkiste betrauert, machen wir uns hier unten auf der Erde frisch ans Werk, um einem neuen theoretischen Ansatz und einer revolutionären Praxis zu einem neuen Glanz zu verhelfen. Denn:
Der frühe Vogel fängt den Wurm, ihr habt den Morgen verpennt,
der Mittag gehörte den Antideutschen,
und die tropische Nacht wird uns gehören.
Smash Capitalism & German Ideology - Fight for Communism
Contact: neocommunistinnen@gmx.de
By F-16 on May 19, 2008 | Reply
gegenüber der sehr treffenden polemik der “anti-leftist cocaine-communists” (ist das eine neue gruppe?) wirkt der text dieser “neocommunistinnen” (auch neu?) eher schwach. besonders so ein linkspädogogischer unsinn zum schluss wie: “Bleibt lieber in euerm Stadtteilladen und macht eure durchweg sinnvolle Sozialarbeit”, zeigt recht klar, daß man immer noch an der veganerküche hängt.